Reiseberichte
2002 Westkapelle / Niederlande
Die Tour nach Westkapelle war wieder eine relativ spontane Geschichte, die Conny und Karsten arrangierten, um mich aus meiner privaten Streßsituation herauszuholen und zu zeigen, daß das Leben auch schöne Seiten haben kann. Auch heute noch, beim Schreiben dieses kurzen Berichts (August 2008), ist vieles aus der damaligen Gefühlslage in guter Erinnerung. Ich werde Euch ewig dankbar sein!
Anfang Oktober 2002 quartierten wir uns für einige Tage in einer kleinen Pension in Westkapelle ein. Die Unterkunft genügte bescheidenen Ansprüchen, wir hatten ja auch nicht vor, längere Zeit in den Zimmern zu verbringen.
Westkapelle hat lange Sandstrände und da hier ein ausgeprägter Tidenhub herrscht, ist es zur Planung der Angelsitzungen sinnvoll, die Gezeitentabelle zu befragen. Bei auflaufendem Wasser waren wir dann zur Stelle und probierten unser Glück. Mit klassischer Brandungsmontage und Wattwürmern hatten wir recht wenig Erfolg. Einige kleine Schollen bissen, Conny fing eine schöne Seezunge, die ihm jedoch aus der Hand glitt und durch die Planken des Holzsteges wieder den Weg ins Wasser fand. Glück für sie, Pech für Conny.
Ganz interessant: nachts, wenn wir weiter auswarfen, fingen wir einige Taschenkrebse. Die Holländer waren nie begeistert davon, wir auch nicht, aber die Scheren sind z.B. in Skandinavien eine Delikatesse. Wir hatten nur leider nicht die passende Kochausrüstung dafür mit. Naja, nächstes Mal vielleicht.
Fast hätte ich an einem der Tage meine Brandungsrute samt Multi eingebüßt, als eine Silbermöve in meine Schnur flog. Nur durch einen beherzten Sprung konnte ich sie retten. Die Möve wurde vorsichtig herangezogen, gemeinsam lösten wir die Schnur, die sich um ihren Flügel geschlungen hatte und ließen sie wieder fliegen. Sie war gottseidank unverletzt.
Auch die Bekanntschaft mit einer von uns bisher noch nicht gefangenen Fischart machten wir; allerdings nur beim Zusehen. Ein älterer deutscher Angler fischte mit einer recht kräftigen, kurzen Rute und einem Paternoster mit grünen Gummioktopussen und 6er Haken. Er angelte direkt an den Holzpfeilern und konnte tatsächlich kurz nacheinander zwei stattliche Meeräschen von geschätzten 4-5 Pfund landen. Bei der ersten brach er sich den Kescherstil ab, da er versuchte, die Meeräsche am langen Hebel aus dem Wasser zu heben. Das mußte ins Auge gehen. Da er die Tiere mit der bloßen Faust erschlug, waren wir froh, als er sich nach kurzer Zeit wieder trollte.
Anglerisch gab es keine Höhepunkte. Wir hatten ein paar schöne Tage und genossen die Zeit in den Niederlande. Eigentlich sind wir viel zu selten in diesem schönen Land...
Alle Fotos: Karsten Zygowski
